Kurtag 07

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Die Meisen werken an einer Erholungsmengenlehre, quasi Erholung in Zahlen. Wir beginnen mit der Ø, dem Nichts: Oberblons war heute in dichten Nebel gehüllt. Das Beinahe-Whiteout wurde für Herrn & Frau Meise zur belebenden Superreduktion. Logisch, visuell blieb die Aussicht ein Geheimnis, die weiße Wand eine Projektionsfläche für jede wünschbare Landschaft. Aber auch die akustische Umwelt gab sich wie in Watte gehüllt; nur von fern war das hohe Klingen einiger Kuhglocken zu vernehmen, während sich die frische, feuchte Luft auf Haut und Schleimhaut legte.

Die Zahl 2 liegt bei einem Paar wie den Meisen nahe. Sie bringen zu zweit viel voran, z.B. auf der Schreibmaschine für ihre einhundertste Facebook-Freundin eine Postkarte zu schreiben. Und sich dann ein Schnitzel zu teilen. Für die Zahlen, die noch kamen, brauchte es dringend Stärkung.

Zu 3 bis 7 kamen Herr & Frau Meise auf Einladung von Conny. Sie hatte ihnen vor ein paar Tagen von einem ihrer Alltags-Erholungsorte berichtet: einer Holzbank samt Tisch unter einem Nussbaum bei ihr in der Siedlung. Gerne wollte sie sich mit den Meisen dort ablichten lassen. Wenn man dort hin allerdings eine Flasche Wein mitbringt, bleibt man nicht lange allein: Conny läutete bei Daniela, ihrer Nachbarin, die gleich mit eigenem Glas an den Tisch kam. Innerhalb von zwei Minuten waren drei weitere NachbarInnen versammelt, plötzlich standen auch noch Mehlspeisen von Maria am Tisch. Trotz weiterhin kühlen Wetters konnten sich Herr & Frau Meise so auf eindrückliche Art vom Erholungswert dieser wachsenden, fröhlichen Nussbaumversammlung überzeugen.

Zahlenmäßig springen wir nun in höhere Dimensionen und machen als Nächstes bei der 120 Halt. So viele Songs auf halb so vielen Vinyl-Singles enthält die Rock-Ola Jukebox, mit der Engelbert von seiner Frau Margret und ihren gemeinsamen Freunden zum 60er beschenkt wurde. Herr & Frau Meise ließen sich nicht lange bitten und schwangen zu zwei von diesen 120 Nummern das Tanzbein (»El condor pasa« musste einfach sein, weil sich Herr & Frau Meise doch das »&« mit Simon & Garfunkel teilen!).

Schließlich: 2.000. Conny hat ein Puzzle mit dieser Anzahl Teilen im Wintergarten ausgelegt. Wie sie erzählt, verbringt sie oft Stunden in regelrecht meditativer Konzentration auf der Suche nach den richtigen Nachbarn für die einzelnen Teile. Wenn sie also nicht gerade unter dem Nussbaum sitzt, ist das für sie eine weitere, tiefe Erholungsmöglichkeit. – Naturgemäß gab es wieder einmal eine Lücke, zu welcher der passende Teil einfach nicht zu finden war. Frau Meise nimmt so etwas gern persönlich, versenkte sich blitzartig in das Puzzler-Bewusstsein und fand den Teil in wenigen Augenblicken.

Von dieser spontanen Glanzleistung motiviert, führte der Heimweg über die Blonser Kletterwand. Die kann zwar mit der »Roten Wand«, der höchsten Erhebung der Gegend, nicht mithalten; Herr & Frau Meise geht es aber auch nicht um hohe Zahlen und hohe Berge – ihnen gefällt einfach die Idee, dem allzu oft von Arbeit und Alltag bestimmten Tagesablauf kleine Auszeiten abzuringen.

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